China – Ein Zukunftsmarkt für IST-Studenten

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Dr. Hans Ulrich und Prof. Dr. Gerhard Nowak vor der Skyline in Shanghai
Dr. Hans E. Ulrich (rechts) und Prof. Dr. Gerhard Nowak vor der Skyline in Shanghai.

Kaum ein anderes Land ist in den vergangenen Jahrzehnten wirtschaftlich so stark gewachsen wie China. Durch diesen Aufschwung wird das Land auch zu einem immer wichtigerem Wirtschaftspartner für Deutschland, natürlich auch in meinem Fachbereich, dem Sportbusiness. Aus diesem Grund haben wir uns ins Flugzeug gesetzt und sind nach 12 Stunden Flugzeit in Chinas größter Wirtschaftsregion, in Shanghai, angekommen. Wir, Dr. Hans Ulrich, der Präsident der IST-Hochschule für Management, Martin Sommer, Vizepräsident, und ich haben hier Gespräche mit mehreren Universitäten geplant.

Tag 1: Ankunft und Vorbereitung

Gastfreundschaft hat in China einen hohen Stellenwert
Gastfreundschaft hat in China einen hohen Stellenwert.

Nach einem kurzen Sightseeing treffen wir uns mit Kai Fiedler, dem Repräsentanten des IST in China, und der chinesischen Dolmetscherin zur Vorbereitung auf den ersten Arbeitstag. Im kulturellen Verständnis steht zunächst ein traditionelles Abendessen auf dem Programm. Gastfreundschaft hat in China einen großen Stellenwert. Als Zeichen der Anerkennung hat man uns luxuriös einquartiert. Wir freuen uns sehr darüber, denn so können wir unseren Jetlag noch ein wenig auskurieren. Morgen werden wir schon früh abgeholt. Wir freuen uns auf die ersten Gespräche.

Tag 2: Olympischer Sport und Management

Auf das Training von Spitzensportlern und die Förderung von Trainern wird in China seit Jahrzehnten großen Wert gelegt. Eine der bedeutendsten Sportschulen ist das Shanghai Sports Institute, das wir am zweiten Tag unserer Delegationsreise besuchen.

Unsere Präsentation kommt gut an
Unsere Präsentation kommt gut an.

Fast „typisch deutsch“ werden wir pünktlich abgeholt und erreichen ohne den befürchteten Stau unser Ziel. Vor den Kooperationsgesprächen werden wir zunächst in den pompösen Empfangsraum geführt, wo uns eine Tasse Tee angeboten wird. Nach dem Smalltalk geht es dann in den Besprechungsraum. Dort warten bereits zwei Protokollanten, ein Fotograf und zwei Hilfskräfte. Das ganze Treffen wird per Mikrofone aufgezeichnet und live über vier Lautsprecher wiedergegeben. Für uns wirkte das etwas überdimensioniert, wir freuen uns aber über die wertschätzende Art unserer Gastgeber.

Zuerst stellt Shen Fulin, Präsident des Shanghai Sports Institut, das Institute vor. Seit über 50 Jahren besteht die Einrichtung und hat neun Olympiasieger sowie mehr als 150 Weltmeister hervorgebracht. In acht Kernsportarten wird unterrichtet und trainiert. Das Institut wünscht sich allerdings mehr Know-how in Managementfragen, also genau unser Fachgebiet. Als nächstes sind wir an der Reihe und präsentieren erst die IST-Hochschule für Management und im Anschluss unser Konezpt der „Intensive Week“: Eine Programm, in dem ausländische Studenten in kurzer Zeit einen intensiven Einblick in den deutschen Sportmarkt erhalten.

Gemeinsames Essen in der Mensa der chinesischen Spitzensportler
Gemeinsames Essen in der Mensa der chinesischen Spitzensportler.

Die Präsentationen kommen gut an und unsere Gesprächspartner sind sichtlich beeindruckt. Auch unser Angebot zur internationalen Forschung stößt auf großes Interesse, da diese Art der wissenschaftlichen Arbeit hier praktisch fehlt.

Zum Lunch wird uns die Ehre zuteil, mit den Spitzensportlern in deren separater Mensa zu essen. Die Speisen werden nach Angaben der Hochschulleitung strikt kontrolliert und sind sehr protein- und kohlehydratreich. Nach guter chinesischer Sitte tauschen wir zum Abschluss Gastgeschenke aus und verabschieden uns.

Tag 3: Kooperationsvereinbarung

Konferenz im "Wuxi Institute of Commerce"
Konferenz im „Wuxi Institute of Commerce“.

Die geographische Dimension der Wirtschaftsmetropole Shanghai wird uns heute besonders bewusst. Auf dem Weg zur „WUXI Institute of Commerce“ reisen wir mit zunächst knapp 30 Minuten mit dem Taxi zur Bahn, von wo wir mit dem Hochgeschwindigkeitszug mit fast 300km/h in die Provinz Jiangsu fahren. Mit einem Shuttle werden wir nach weiteren 40 Minuten zum Haupteingang der Hochschule gebracht.

Die Dimensionen der „WUXI Institute of Commerce“ sind gewaltig. Der gesamte Campus verfügt über eine Grundfläche von 26 Hektar, was etwa der Fläche von 36 Fußballfeldern entspricht. Die Bibliothek umfasst über 800.000 Titel und die 11.000 Studenten wohnen alle auf dem Campus. Eine Stadt in der Stadt. Um die Lehre kümmern sich hier 500 Lehrer, darunter 27 Professoren, 190 Gastprofessoren und mehr als 400 Promovierte.

Die Präsidenten vereinbaren einen Kooperationsvertrag
Die Präsidenten vereinbaren einen Kooperationsvertrag.

Im Konferenzraum werden wir sehr herzlich und hochrangig begrüßt. Präsident Yang Jianxin und Vizepräsident Xu Hanwen sowie zwei weitere Direktoren zählen zur gastgebenden Delegation. Alle sind sehr gut über das Bildungssystem in Deutschland und Europa informiert. Während wir unsere Präsentationen halten schreiben unsere Gäste kräftig mit und stellen häufig gezielte Rückfragen. Unseren Gästen kommt es besonders darauf an, dass deren Studenten erfahren, wie man theoretisches Wissen gezielt in die Praxis umsetzt. Nach gut zwei Stunden freuen wir uns darüber, dass die Präsidenten unserer beiden Hochschulen einen Kooperationsvertrag schriftlich fixieren. Dazu kommt die deutsch-chinesische Tischflagge ebenso zum Einsatz wie zwei kunstvolle Vertragsmappen. Natürlich darf bei einem solchen Besuch der traditionelle Austausch von Geschenken nicht fehlen.

Mit einem vielfältigen Abendessen endet unsere erfolgreiche Reise in die Provinz, die wissenschaftlich gesehen eine Hochburg ist. Nach mehrstündiger Rückreise erreichen wir spät am Abend unser Quartier und können uns über einen sehr erfolgreichen Tag freuen.

Tag 4: Frühsport und Endspurt

Vorbereitung im Fitnessstudio
Nach dem Motto „Integration of mind and body“ bereite ich mich im Fitnessstudio vor.

Heute besuchen wir die Shanghai University of Sports, die bereits 1952 gegründet wurde und die in China als erste Universität ihrer Art gilt. Ganz nach ihrem Leitspruch „Integration of mind and body“ bereite ich mich auf den heutigen Besuch im hoteleigenen Fitnessstudio vor.

Die Universität wurde 2001 komplett modernisiert und bietet mehr als 4.000 Studenten die Gelegenheit, ihren Bachelor, Master oder Doktortitel zu erlangen. Dafür zeichnen sich mehr als 700 Lehrer und 82 Professoren verantwortlich.

Die Universität ist international bekannt und hat schon heute mehr als 800 Studenten aus dem Ausland.

Heute erhalten über 1.000 Bachelor-Studenten ihre Abschlussurkunden
Heute erhalten über 1.000 Bachelor-Studenten ihre Abschlussurkunden.

Wir haben einen besonderen Tag erwischt. Heute erhalten etwa 1.000 Studenten ihre Bachelor-Abschlussurkunden. Entsprechend locker ist die Atmosphäre auf dem riesigen Campus. Der Haupteingang ist festlich geschmückt und ein Plakat dient als Kulisse für Erinnerungsfotos.

Frau Prof. Dr. Mao Lijuan, Vizepräsidentin der Hochschule, erklärt uns während des Gedankenaustauschs, dass sie schon mit Universitäten aus 50 Nationen der Welt in regelmäßigem Austausch steht. Die besonderen Lernmethoden unserer Hochschule sind für sie aber neu und spannend zugleich.

Prof. Dr. Mao Lijuan, Vizepräsidentin der Hochschule, nimmt unser Gastgeschenk, einen "Düsseldorfer Radschläger" entgegen
Prof. Dr. Mao Lijuan, Vizepräsidentin der Hochschule, nimmt unser Gastgeschenk, einen „Düsseldorfer Radschläger“, entgegen.

Ebenso beeindruckt zeigte sich der Leiter der „School of Economics and Management“, Prof. Dr. Liu Dongfeng. Die Sportwirtschaft in China steht weiter auf Wachstumskurs. Das jährliche Volumen wird auf über 1.000 Milliarden Euro geschätzt. Für diesen Markt braucht es professionell ausgebildete Manager im Amateur- und Profisportbereich. Ein interessanter Markt für deutsche oder europäische Studenten, die China einmal erleben möchten. Die Chinesen selbst haben aber auch ein hohes Interesse an unserem Know-how im Sportmanagement. Unser Besuch kommt also zu einem passenden Zeitpunkt, um eine entsprechende Kooperation mit Leben zu füllen.

Tag 5: Fazit

Mit Kai Fiedler, unserem IST-Repräsentanten in China, fassen wir die Ergebnisse unserer Delegationsreise mit Blick über die Skyline von Shanghai wie folgt zusammen:

Wir ziehen ein Fazit mit Blick auf Shanghai
Wir ziehen ein Fazit mit Blick auf Shanghai.

Bei allen drei besuchten Hochschulen ist die Grundlage für eine Kooperation gelegt. Diese beinhalten sowohl den wissenschaftlichen Gedankenaustausch auf Professorenebene, als auch den Austausch deutscher und chinesischer Studenten bei Studienaufenthalten im jeweils anderen Land. Damit können wir unseren Studenten schon jetzt einen Austausch mit 70 (!) Hochschulen in China ermöglichen. Auch im Bereich Forschung fand unser internationales Projekt Anklang.

Außerdem wurde mit unseren Partnern eine Studienreise für 2016 vereinbart. Die achttägige Reise beginnt am 22. März 2016 und wird in den beiden Metropolen Peking und Shanghai durchgeführt. Neben der Besichtigung touristischer Highlights werden wir inhaltlich vor allem die Nachhaltigkeit der Olympischen Spiele 2008 in Peking und die Bedeutung der Formel 1 in Shanghai diskutieren. Weitere Informationen folgen in Kürze. Wer Interesse hat, kann uns gerne schon einmal eine Email schreiben: international-office@ist-hochschule.de.

Schon jetzt freuen wir uns auf das Wiedersehen mit unseren Kooperationspartnern – in Düsseldorf und/oder Shanghai.

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Prof. Dr. Gerhard Nowak hat an der Deutschen Sporthochschule Köln studiert und promoviert und sich auf die ökonomischen Themen des Sports spezialisiert. Er ist seit 1989 als Lehrbeauftragter tätig und Inhaber der PR- und Eventagentur „Sportline GmbH“. Gerhard Nowak ist seit 2007 für das IST-Studieninstitut tätig und verantwortet die Professur „Sportbusiness I“ an der IST-Hochschule für Management. 2013 erhielt er den Unternehmerpreis "Rheinländer des Jahres".

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