Eventmanagement-Praktikum: Von 0 auf 100

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Nachdem ich den Facebook-Post auf der Vainstream-Seite über die Ausschreibung für ein einwöchiges Eventmanagement-Praktikum beim Vainstream Rockfest sah, wusste ich: „Das ist wie für mich gemacht! Das muss einfach klappen!“. Mir war bewusst, dass es viele Bewerbungen geben würde und ich herausstechen musste. Und mein Plan ging auf: Mit meinem Bewerbungsvideo konnte ich die Jury tatsächlich überzeugen!

Dank Eventmanagement-Praktikum bin ich ein Teil der Vainstream-Crew!
Dank Eventmanagement-Praktikum bin ich ein Teil der Vainstream-Crew!

Direkt von 0 auf 100!

Das Erste was ich lernte ist: Es gibt immer was zu tun! So versuchte ich stets mit offenen Augen und Ohren über das Gelände zu gehen (Wichtigstes Zubehör für ein Eventmanagement-Praktikum: bequeme Schuhe. Must-have für’s nächste Mal: Schrittzähler!). Meistens kamen die Aufgaben aber ohne jegliche Anstrengung direkt zu mir. „Anika? Würdest du vielleicht…?“ „Und wenn du schon einmal dabei bist, wäre es total lieb wenn du…“. Das waren für mich die meistgehörtesten Sätze der Woche. Gefolgt von: „Super! Vielen lieben Dank!“. Es war ein echt gutes Gefühl mit eingebunden zu werden und auch als Praktikant wirklich aushelfen und entlasten zu können. Also stieg ich ins Auto, holte Bestellungen ab und gab so viel Geld wie nie zuvor in meinem Leben innerhalb einer Woche aus. Als Konzert- und Festivalliebhaberin mit großem Interesse an der Veranstaltungsbranche habe ich zwar schon als Besucherin immer versucht, auf die Feinheiten der Organisation zu achten, aber es gibt einfach Dinge die hat man nicht auf dem Schirm. Neben den vielen kleinen und großen Aufgaben (aus dem Klopapierproblemchen des letzten Jahres hatte man glücklicherweise gelernt) konnte ich nebenbei das schöne Münster etwas näher kennenlernen. Falls es also mit dem Studium doch nicht klappt, ist mir ein Job als Stadtführer in Münster sicher!

Einblicke beim Eventmanagement-Praktikum: Aufbau der riesigen Bühnen.
Einblicke beim Eventmanagement-Praktikum: Aufbau der riesigen Bühnen.

An den Tagen darauf gestaltete sich, fast wie von selbst, eine Festivallandschaft und die zuvor kahlen Teer- und Kiesplätze bekamen ein ganz neues Erscheinungsbild. Einzelne Container wurden zu separaten Bereichen, die von Bauzäunen umrandet wurden. Aus Stahlträgern wurden riesige Bühnen und auf vorher noch unangetasteten Fläche entstanden Chill-Out-Areas und eine „Rudelguck“-Fläche für die bevorstehende EM-Übertragung.

Kleine Fehler – große Folgen

Einblicke beim Eventmanagement-Praktikum: Die Artist-Area wird aufgebaut.
Einblicke beim Eventmanagement-Praktikum: Die Artist-Area wird aufgebaut.

Meine Zeit vor Ort war prallgefüllt mit stets wechselnden Aufgaben. Die Gelände-Beschilderung wurde schnell zu einer meiner wichtigsten Tätigkeiten (das schreibe ich ohne jeglichen ironischen Unterton!). Denn mir wurde schnell bewusst, dass die genannten Schilder unheimlich wichtig sind: zur Koordination, als Wegweiser und Informationsquelle. Schlecht ist nur, wenn die Information nicht stimmt! So stellte wir in der Nacht zum Freitag fest, dass der Getränkepreis auf den Schildern nicht korrekt war. Das Team saß also bis früh morgens an einer neuen Bestellung der Getränkekarten, welche ich am Freitagmorgen fix vom Copyshop abholte. Nachdem ich einen großen Teil der Schilder laminiert hatte, wurden die Mitarbeiter im Büro in Schichtarbeit aufgeteilt. Kurz darauf machte ich mich auf, um in Düsseldorf einen Londoner Agenten abzuholen. Dafür bekam ich einen schnittigen Mietwagen und 1,5 Stunden Zeit. Dass das knapp werden würde wusste ich als waschechter Ruhrpottler sofort – und landete wie zu erwarten im Stau. Langsam wurde es zeitlich knapp und ich nervös. Letztendlich sprintete ich zum Gate, zuppelte das vorbereite Namensschild aus meiner Tasche und hielt es erwartungsvoll in die Luft. Punktlandung! Er trat gerade zwischen zwei Glaswänden hervor und fand, dank Schild(!) zu mir.

Während die Opening Night im Skaters Palace das Festival lautstark einleutete und die ersten Bands Vollgas geben durften, gab es auf dem Festivalgelände selbst noch keine Ruhe. Im Stundentakt wurde alles Wichtige besprochen. So fanden wir uns schließlich im Büro der Produktionsleitung zusammen. Für mich war dies eine ganz neue und super spannende Erfahrung. Gerade nachdem in letzter Zeit so viele Festivals unterbrochen oder abgesagt wurden, war es unheimlich interessant ein Teil der Sicherheitsplanung zu sein. Was passiert wenn plötzlich ein Unwetter umher zieht? Wann und wohin wird evakuiert? Wer sind die Ansprechpersonen? Alles war durchgeplant, von Funk- und Telefonlisten bis hin zu Codewörtern blieb kein Platz mehr für Überraschungen. Jede mögliche Situation wurde durchgesprochen. Zu befürchten gab es laut Wetterdienst allerdings nichts und das sollte sich glücklicherweise bewahrheiten.

Die harte Arbeit hat sich gelohnt

Der Festivaltag selbst lief für mich und das Team im Produktionsbüro vergleichsweise ruhig ab. Naja, so ruhig wie es auf einem Punk-, Metal- und Hardcorefestival eben ablaufen kann. Der größte Teil unserer Arbeit war getan. Alle Stände hatten ihren Platz, das Personal nahm Position ein, Gästelisten lagen bereit und die ersten Nightliner parkten auf dem Schotterplatz vor der Artist-Area. Ab und an gab es ein paar spontane Notfallaufgaben, die meinen Puls kurzzeitig höher steigen ließen, aber insgesamt schien sich die aufwändige Planung bezahlt gemacht zu haben. Ich pendelte die meiste Zeit zwischen Bühnenbereich und großzügigem Catering, erledigte noch ein paar Einkäufe, holte Wechselgeld und schrieb meinen ersten offiziellen Vainstream-Facebook-Post. Die Menge schien ihren Spaß zu haben und die Bands gaben alles um jedem Besucher einen unvergesslichen Tag zu bereiten. So startete das Vainstream das neue Festival-Jahrzehnt mit vollem Erfolg und glücklichen Gesichtern.

Es ist für mich fast unbegreiflich wie viel Leidenschaft und hart arbeitendes Personal an nur einem Tag nötig ist um solch ein Festival auf die Beine zu stellen und außergewöhnliche Momente zu schaffen. Ich bin unglaublich Dankbar für die tolle Erfahrung, netten Kontakte und einer schönen, aufschlussreichen Zeit in Münster. Durch mein Eventmanagement-Praktikum bin ich mir wieder etwas sicherer meinen Traumberuf gefunden zu haben und freue mich, diesem durch die Weiterbildung bald ein Stückchen näher zu kommen und auch im nächsten Jahr Teil dieser tollen Veranstaltung zu sein!


Wichtiges Fachwissen für eine Tätigkeit in der Eventbranche kannst du mit einer Weiterbildung oder einem Bachelor-Studiengang erwerben. Von der Ausschreibungen zum Eventmanagement-Praktikum im nächsten Jahr erfährst du z.B. auf Facebook.

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Anika ist die diesjährige Gewinnerin des „Vainstream Stipendiums“. Eine Woche lang durfte sie hinter die Kulissen des Vainstream Rockfest blicken. Mit der Weiterbildung "Eventmanagement" möchte die Quereinsteigerin ihr Interesse an der Veranstaltungsbranche auf professioneller Ebene ausbauen und in diesem Bereich Fuß fassen. Anika hat einen Bachelor-Abschluss in der Fachrichtung "Architektur und Innenarchitektur" und beendet gerade ihre Ausbildung zur Schreinerin.

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