Reisetrends – von Gay-Cruise bis Adult-Only

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Die Kreuzfahrt-Industrie boomt und die Reedereien locken mit immer neuen Angeboten, um neue Zielgruppen zu erreichen. Nicht die klassische Mittelmeerroute steht hier im Fokus, sondern Themenfahrten und Entertainmentprogramme locken die Passagiere.

Themenkreuzfahrten

Die „Full Metal Cruise“ von Tui Cruises beispielsweise ist Magnet für alle Metal-Fans und Wacken-Besucher. Hier treffen sich Metal-Fans, um ihre Musik in ganz besonderer Atmosphäre zu feiern. Die Main Acts aus Wacken treten auf und das Schiff verwandelt sich für ein paar Tage in ein fahrendes Metal-Festival. Wer einmal dabei war, den lässt das Schiff wahrscheinlich nicht mehr los.

Um Party mit Gleichgesinnten geht es auch bei den neuen Kreuzfahrtprogrammen „Gay Cruises“, die bislang hauptsächlich in den USA angeboten wurden. Tui Cruises bietet dieses Jahr mit ihrer „Rainbow Cruise“ die erste deutsche Kreuzfahrt für die „LGBT“-Community. Die Abkürzung LGBT steht für „Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender“. Hier treffen sich Gleichgesinnte, um ihren Urlaub mit Scene-DJs, Themenparties und Shows an Board zu verbringen. Auch Dertour geht mit dem Trend mit und wird in 2017 die erste „Gay-Cruise“ anbieten.

Fans von „The Voice of Germany“ finden bei AIDA das richtige Programm: Hier gibt es auf bestimmten Schiffen das Entertainmentprogramm „The Voice of the Ocean“! Gäste können in den sogenannten Blind Auditions vor einer professionellen Jury ihr Gesangstalent unter Beweis stellen. Wer nicht mitmachen möchte, kann als Publikum teilnehmen und im großen Finale den Sieger wählen. Der Gewinner bekommt ein Vocal Coaching.

„Adult-Only“-Hotels

Eine der Reisetrends 2016: Kreuzfahrten.
Eine der Reisetrends 2016: Kreuzfahrten.

Ein weiterer Trend wirft erst einmal Fragen auf: „Adult-Only“ Hotels? Darunter kann man sich viel vorstellen – gemeint sind Hotels und Restaurants, die nur für Erwachsene zugelassen und im wahrsten Sinn jugendfrei sind. Einzelne Hoteliers aber auch Hotelketten wie Sensimar oder Reiseveranstalter wie Thomas Cook bieten nun kinderfreie Urlaube an. Dabei ist dieser Trend heiß umstritten. Kann man Kinder aus einem Hotel verbannen? Darf man offiziell zugeben, dass laut kreischende und tobende Kinder gefolgt von Kaffee trinkenden und tratschenden Müttern im Urlaub nicht gewünscht sind? Gilt man wohlmöglich als Kinderhasser? Nein, gilt man nicht. Und das meine ich nicht nur als Tourismus-Expertin, sondern als Mutter. Ein kinderfreier Rückzugsort hat was mit Ruhe und Entspannung zu tun. Bestes Beispiel ist das Adult-Only Konzept des Wellnesshotels Posthotel Achenkirch in Österreich. Man könnte dort Erwachsene als Gäste erwarten, die keine Kinder haben und deshalb auch ohne Kinder Urlaub machen wollen. Doch wen man dort am ehesten antrifft, sind Eltern, die selbst einmal Ruhe vor ihrem eigenen Nachwuchs haben möchten und sich deshalb in ein kinderfreies Wellnesshotel einbuchen.

Ökologisch nachhaltig mit „Zero Impact Camps“

Zu guter Letzt: Wer seinen Urlaub für dieses Jahr plant und sich zum Thema Umweltschutz Gedanken macht, ist bei den Zero Impact Camps genau richtig. Gemeint ist damit nicht nur der Umweltschutz, sondern auch das nachhaltige soziale Verhalten am Urlaubsort. Oft genug hört man, welchen negativen Einfluss Touristen auf Kulturen in abgelegenen Regionen dieser Welt haben. Die Website www.zero-impact-camps.de informiert über ökologisch nachhaltige Reiseangebote und gibt zudem hilfreiche Tipps zur Planung von Anreise, Unterkunft und Aktivitäten vor Ort. Ziel ist dabei, die Auswirkungen, die „impacts“, so gering wie möglich zu halten, die natürlichen Ressourcen zu schützen und die kulturellen Gegebenheiten zu respektieren.

Fazit

Ob Party-Kreuzfahrt, entspannter Wellnessurlaub oder Urlaub mit (ökologisch) gutem Gewissen – der Trend geht zu zielgruppengenauen Reisen, in denen jeder seine Nische und somit seinen perfekten Urlaub findet.


Mit dem Bachelor-Studiengang Wer in die Tourismus-Branche einsteigen und erfolgreich arbeiten möchte, erhält im Bachelor-Studiengang Tourismus Management das nötige Fachwissen. Das Wahlmodul Cruise Management wird auch am IST-Studieninstitut als Zertifikat angeboten.

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Nina Jestaedt studierte an der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef – Bonn Tourismusmanagement mit dem Doppelabschluss Diplom-Betriebswirtin (FH) und Bachelor of Arts Tourismusmanagement. Erfahrung sammelte sie bereits im Marketing, Vertrieb und im Veranstaltungsbereich u. a. bei der Koelnmesse und Messe Düsseldorf. An der IST-Hochschule ist sie im Sales und Marketing des Fachbereichs Tourismus & Hospitality für Kooperationen, Direktmarketing und Veranstaltungen zuständig.

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