Vom Saisonstart zum Semesterbeginn

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Saisonbeginn in Neuseeland.
Saisonbeginn in Neuseeland.

Ich hoffe ihr hattet alle einen wunderschönen Sommer mit unzähligen Tagen an der Sonne am See oder dem ein oder anderen Cocktail an der Strandbar. Bei mir sah der Sommer etwas anders aus. Nachdem meine Skisaison etwa Ende Juni beendet wurde, hatte ich ca. 4 Wochen intensives Training, bis es Anfang August schon wieder hieß, Skisachen und Uni Bücher zusammenpacken um einmal um die halbe Welt zu fliegen. Destination: Neuseeland.

Auf der Südhalbkugel beginnt gewohnheitsmäßig unsere Saison. Dieses Jahr war für mich mit ganz besonders viel Vorfreude, da ich die letzten zwei Jahre verletzungsbedingt aussetzen musste. Neuseeland ist immer ein unglaublich einzigartiges Erlebnis für mich. Die Atmosphäre dort, das Skigebiet mit einer perfekten Halfpipe und all meine Freunde, die man dort jährlich wieder trifft, da fühle ich mich tatsächlich immer wie Zu Hause.

Warm-Up

Optimale Trainingsbedingungen.
Optimale Trainingsbedingungen.

Die ersten drei Wochen verliefen wirklich optimal. Wir hatten super erfolgreiche Trainingstage in der Halfpipe mit tollen Bedingungen. Skifahren, danach ein regeneratives Workout im Fitnessstudio und abends zum Ausgleich etwas Entspannung auf der Couch mit der ein oder anderen Online Vorlesung. So sieht ein gelungener Tag für mich aus. Ziemlich zu Beginn hatten wir sogar einen Art „Warm-Up“ Wettkampf, nämlich ein Continental Cup, der auch richtig Viel Spaß gemacht hat und den ich zudem gewinnen konnte.

Besser konnte die Saison ja fast gar nicht starten! Die Anspannung stieg jedoch umso näher es an den ersten Weltcup und zugleich unsere erste Olympiaqualifikation heranging. So schnell konnte ich gar nicht schauen, da stand ich schon oben mit einer Startnummer über der Jacke an der Halfpipe, zwischen allen Olympiasieger, Weltcupgesamtsieger und natürlich zugleich auch meinen Freunden, Ready to Drop, für das erste offizielle Weltcuptraining.

Ein missglücker Flair

Mein neuster Trick - ein Flair - geht leider schief.
Mein neuster Trick – ein Flair – geht leider schief.

Ich muss ehrlich sagen, ja, ich war komischerweise sehr nervös aber es fühlte sich irgendwie auch nach einer eher positiven Anspannung und Freude an, dass es nun endlich wieder losgeht. Nach etwa einer Stunde wollte ich dann an meinen Flairs (seitlicher Salto) arbeiten. Dieser Trick ist noch recht neu für mich und benötigt daher noch sehr viel Konzentration. Ich versuchte alles so wie immer zu machen. Musik an, Fokus ein und sobald frei ist drop ich ein. Ich versuche die Geschwindigkeit gut mit zu nehmen und sobald ich oben an der Kante der Halfpipe angekommen bin, heißt es, sich explosiv einmal um die eigene Achse Überkopf zu drehen.

Dreißig Minuten später bin ich wieder da. Leider nicht in der Halfpipe sondern im First Aid Medical Center oben am Berg. Anscheinend bin ich bei meinem Flair um einiges höher gesprungen als gewohnt und hatte somit zu viel Rotation, so dass ich auf der Seite und dem Kopf gelandet bin. Eine solide Gehirnerschütterung und ein Schlüsselbeinbruch war das Resultat daraus.

Extremsport birgt Gefahren

Für mich war es zuerst natürlich super ärgerlich, dass ich somit nicht am Weltcup starten und meine neu erlernten Tricks nicht zeigen kann. Andererseits bin ich aber sehr erleichtert, dass mir nichts schlimmeres passiert ist. Ich betreibe Extremsport und selbst der kleinste Fehler oder die kleinste Unachtsamkeit kann schwerwiegende Auswirkungen auf den Körper haben.

Meine Freizeit nutze ich für mein Studium.
Meine Freizeit nutze ich für mein Studium.

Mittlerweile bin ich auch schon wieder Zu Hause in Garmisch und konnte sogar vor einigen Tagen wieder ziemlich gut ins Training einsteigen. Jetzt heißt es für mich noch geduldig bleiben, bis das Schlüsselbein wieder vollständig zusammen gewachsen ist und dann kann es hoffentlich in 2-3 Wochen auch schon wieder mit Vollgas auf die Ski gehen. Denn in Saas Fee wartet schon eine wunderschöne Halfpipe auf mich. Bis dahin bleibt mir immerhin etwas Zeit übrig, um an meiner Hausarbeit im Modul „New Media Management“ zu arbeiten. Mit meinem Sportbusiness Management-Studium sorge ich sicherhaltshalber für die Zukunft vor. Das halte ich für eine gute Sache.

Ich wünsche euch allen einen super Semesterbeginn! 🙂

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Sabrina Cakmakli fährt seit sechs Jahren Freeski und ist seit etwa drei Jahren professionelle Freeski-Athletin und Mitglied des deutschen Freeski-Nationalteam. Seit dem Wintersemester 2013 studiert sie Sportbusiness Management an der IST-Hochschule für Management.

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